Im engeren Sinn ist damit nur die unmittelbare Veränderung des Körpers gemeint. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff jede Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes.

Dienstag, 11. Mai 2010

Tag 6

Fast eine Woche schon mit Stab im Mund...
Die Zunge ist so gut wie komplett abgeschwollen, der Wundheilungsprozess verläuft gut. Es suppt noch, die leckere Flüssigkeit kommt immer noch.
Die Zuge kann ich mittlerweile relativ gut bewegen. Das R rollt noch, wenn ich es will und um 360^kann ich sie auch noch drehen, was relativ lustig aussieht mit dem Stab. Manche Bewegungen sind noch etwas unangenehm, aber es ist ja auch gerade mal 6 Tage alt.
Essen klappt auch. Milchprodukte ess ich nach wie vor nicht, einfach aus vorsicht, genauso wie scharfes oder zu saures, das ziept noch. Gestern hab ich einen Döner gegessen und für das Ding fast eine Stunde gebraucht, war aber auch ein riesen Teil. Es bleibt halt erstmal alles dran hängen, die Zwiebeln waren leicht nervig und durch den noch nicht abgeschlossenen Heilungsprozess ist die Sache noch nicht ganz schmerzfrei, aber es geht. Ich esse sehr vorsichtig, relativ kleiner Bissen (im vergleich zu meinem Schlingen vorher xD) und kaue vor allem mit bedacht. Dadurch, dass ich noch kein Gefühl dafür hab, kanns halt jederzeit passieren, dass ich auf die Kugel beiße und das tut weh und ist nicht besonders gesund für die Zähne.
Meinen Kippenkonsum hab ich wieder hochgeschraubt, so ganz empfindlich sollte der Stichkanal nicht mehr sein wie am ersten Tag. ALkohol hab ich auch schon getrunken... tat nicht weh, zumindest gemischt. Puren Wodka merkt man dann doch.
Sprechen... das leidige Thema. Läuft gut. Allerdings, bedingt durch den langen Stab, wirds halt undeutlich, wenn ich mir keine Mühe gebe, das vernuschelt dann ein wenig.

Äußerst positiv, und da nochmal ein Lob an meine Piercerin, ist, dass das Ding doch weit genug hinten sitzt, man siehts beim normalen sprechen nicht. Schreien und lachen, da fällts dann auf, aber mich hat noch keiner drauf angesprochen.

Ein allgemeiner Tipp: Ausprobieren. Damit mein ich versuchen zu sprechen, versuchen zu essen, versuchen andere Dinge zu essen, die Zunge zu bewegen, all sowas. Das vermeidet eine unnötig lange Suppen und Brei-Diät und ich glaube auch, dass es den Heilungsprozess fördert, weil die Zunge dann besser durchblutet wird.
Und noch einer: Rauchen, essen etc nicht unbedingt nach dem saubermachen. Ich reinige das ja mit Wattestäbchen (in Mundspülung getaucht) von dem Siff, weil der von allein nicht wirklich weg geht und denke mal, dass der als Schutz ne sehr sehr wichtige Funktion hat, grad was das Zeug angeht. Und nicht zu oft entfernen, ist ja auch für die Heilung.

Heißhunger auf Schokolade... immer noch... :'(

Sonntag, 9. Mai 2010

Experiment Spagetti

Da feste Nahrung ja mittlerweile kein Problem ist, habe ich mich an meine Favoriten getraut: Spagetti.
Für Leute mit Geduld ist das kein Problem. Kleinschneiden wollte ich nicht, das is ja uncool xD
Nur einmal aufs Piercing gebissen. Yay.

Tag 4

Tomaten sind zu sauer! Autsch. Das erklärt auch, warum die Tomatensuppe nicht ganz so angenehm war, wie die Hühnersuppe. Gurken sind genial, vor allem, wenn sie aus dem Kühlschrank kommen. Sehr mild, sehr lecker und dazu noch ein leichter, kühlender Effekt.

Aber erstmal: mein Piercing lebt noch. Gestern Abend habe ich meine Vorsicht ein wenig fahren lassen und mehr geraucht und vor Alkohol getrunken, was ich ja auch erstmal nicht machen sollte. Aber es lebt, wie gesagt, noch und sieht auch nicht entzündet aus, im Gegenteil. ich hab das Gefühl, dass es heute wieder besser ist als gestern.
Meine Zunge hat wieder Lust, sich zu bewegen und mit Bewegung fühlt sich auch alles besser an, als wenn die Zunge nur so passiv da liegt wie in den ersten zwei Tagen. Vielleicht liegt das an der Durchblutung oder so, ich weiß es nicht.
SPrechen erfordert nach wie vor konzentration, denn sonst verrutschen die Zischlaute. Ich hoffe, dass das noch besser wird, spätestens dann, wenn der kürzere Stab reinkommt. Sprachfehler wegen Zungenpiercing wäre so ein bescheuerter Klassiker...

Samstag, 8. Mai 2010

Erste gescheite Mahlzeit

Jaaahahaha xD
nachdem ich meinen Chaoten die Ohren doch ziemlich vollgejammert hab, hatte man schließlich genug und legte mir nahe es doch mal zu probieren. Nachdem ich die Gurkenscheiben ohne schwerwiegende Verletzung überstanden hatte und auch eine winzige Brotscheibe funktionierte, wagte ich mich todesmutig an eine Tiefkühlpizza Margerita. Jaaa, kein Käse, allerdings ist das Zeug ja, wie jeder weiß, mit Analoggedöns belegt, weswegen es eigentlich keine Probleme geben sollte.
Nun ist die Pizza weg. Normalerweise schaff ich das in 10 bis 20 Minuten, diese erste feste Nahrung beanspruchte das doppelte.
Essen ging ganz gut. Noch etwas sperrig und ungelenk, sehr vorsichtig aber nicht übermäßig schmerzhaft. Für Masochisten genau das richtige ;)
Das Gefühl, endlich mal satt zu sein, ist wahnsinnig angenehm. Auch der Zunge gehts besser, wenn genug Nährstoffe im Körper sind...
Ach, ich bin grad einfach nur happy x)

Nein, heute dritter Tag xD

So wie es sich anfühlt ist der Muskelkater größtenteils weg. Die Zunge lässt sich wesentlich besser und mehr bewegen, aber immer noch nicht ganz schmerzfrei. Das schon beschriebene Drücken ist nach wie vor da, wobei auch das schon besser ist. Man könnte fast sagen, ich fange an damit herumzuspielen. Nicht viel, aber etwas. Probiere einzelne Bewegungen.
Es gibt bessere und schlechtere Phasen. Nach dem aufwacen war erstmal alles wieder sehr steif und ... bääääh, wie frisch gestochen. Nach dem trinken bzw. essen ist es immer etwas besser, vllt wegen der Durchblutung, keine Ahnung.
Seit Wochen schleppe ich husten mit mir rum, was eine echt fiese Kombination ist. Das rauchen ist nach wie vor eingestellt bzw. runtergefahren, geht aber auch besser. Immerhin krieg ich die Paper mittlerweile halbwegs befeuchtet *g*
An feste Nahrung habe ich mich bisher nicht getraut seit dem Wienerle in der Mensa. Ich hab Kohldampf ohne Ende und der Erfinder der Fertigsuppen gehört meiner Meinung nach heilig gesprochen. Die Waldpilzsuppe von.... Knorr wars glaub, ist übrigens richtig lecker, enthält aber Milchpulver, wie ich im nachhinein gesehen habe. Sollte man vielleicht nicht zu viel von essen. Von Babybrei ist mir gestern nochmal richtig schlecht geworden, wie die kurzen das essen können verstehe ich beim besten Willen nicht. Selbst mit Salz dazu schmeckt das Zeug überhaupt nicht.
Relativ positiv ist mir mein absolutes Lieblingsgetränk aufgefallen: Schwarze Dose 28. Fühlte sich gut an (nicht so wie Pepsi) und liefert ferner auch ein wenig Energie und das sogar auf ner gescheiten Basis.
Aber immerhin scheint es mir so, als würde ich endlich wieder alles gescheit schmecken, teilweise hat sich ja alles leicht taub angefühlt.
Dadurch, dass ich nicht viel spreche, wurde ich beim telefonieren erstmal ausgelacht. die Zischlaut sind, mit etwas Übung, kein Problem, aber auf Anhieb etwas schwierig. Kommt ja früher oder später ncohein kürzerer Stab rein und mehr sprechen werde ich auch, das wird schon.

So, jetzt kommt der unleckere Teil. Schwache Nerven am besten hier aufhören.
Das Piercing heilt und hat dementsprechend angefangen zu suppen. Wundflüssigkeit bi anderen Piercing äußert sich relativ flüssig, leicht gelblich. Im Mund ist es eher ein gelblich heller Schleim, der sich um die Einstichlöcher herum sammelt, auch gerne mit etwas Blut vermischt. Erstaunlicherweise verhärtet der sich auch ein wenig, trotz Speichel und so und ist eine Herausforderung, wenn man versucht, das sauberzumachen. Ich nehm dafür Wattestäbchen, die ich vorher in die Mundspüllösung getunkt habe, die mir Chantal empfohlen hat. Da hat man schonmal das Gefühl, die halbe Zunge mitzunehmen. ;)

Es gibt Phasen, in denen ich sehr genervt bin. Ich will rauchen und gescheit essen und dieses doofe Gefühl soll weg. Dann gibt es Phasen, in denen ich es kaum spüre, es fühlt sich gut an und ich blicke voller Vorfreude auf die kommende Heilung.
Mal schauen...

Die Zunge kann ich übrigens immernoch um 360° drehen, wenn auch noch etwas schwerfällig, aber es geht. Sieht lustig aus :D

Freitag, 7. Mai 2010

Zungenpiercing. Tag 3... oder so

Seit Mittwoch hab ich ein Loch mehr: in meiner Zunge. Dies soll ein kleiner Erfahrungsbericht sein, einerseits für mich, dass ich mich später mal daran zurückerinnern kann und vllt für unentschlossene :)



Ich wollte schon sehr lange eines haben, mich aber nie wirklich getraut. Nicht, weil ich Angst vor den Schmerzen hatte, sondern weil ich bisher zuhause gelebt habe und man dort nicht so der große Piercing Fan ist. Mittwoch bekamen wir Klausuren zurück, die ich mehr oder weniger unerwartet bestanden hatte, dementsprechend spontan war der Beschluss gefasst.

Die Uni ist mitten in der Stadt, weswegen ich zunächst dort mit Freundin auf die Suche nach einem Studio ging. Das erste war eine Tattoo und Piercing Bar (???). Vom Schankraum konnte man ins Studio gehen. In der Bar durfte wohlbemerkt geraucht werden, die Türen zum Studio standen sperrangelweit offen, alles war ein Raum. Groß zwar, aber mich überzeugte das nicht. Sofort wieder raus.

Das zweite Studio präsentierte sich als Beauty-Atelier. Standort: eine ganz normale Wohnung, umfunktioniert. Als erstes fielen mir die zwei Katzenboxen auf. Der Raum zum Stechen an sich war separiert, aber über und über voll mit Deko-Krempel. Die Dame, die das Piercing wahrscheinlich gestochen hätte, mag vielleiht kompetent gewesen sein, doch sprang bei mir beim besten Willen nicht das "Piercer- Feeling" über.

Also fuhren wir schließlich doch dahin, wo ich es ohnehin machen lassen wollte: Ins Takatiki nach Connewitz.

Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht, ich fühlte mich gleich wohl und der Aloha-Flair tat sein übriges. Gestochen werden Piercings dort von Chantal. Sie machte einen total sympatischen Eindruck, fröhlich, gut drauf, ich fühlte mich aufgehoben.

Natürlich kam erstmal das übliche, Personalien, Fragebogen, Erklärung wegen der Paragraphen, Verzichtserklärung wegen Schmerzensgeld etc...

Das Stechen an sich tat weh, das muss man einfach sagen, jedes Piercing tut weh, aber war verglichen zu anderen Piercings relativ harmlos. Das Schmerzhafteste ist sowieso das Einsetzen des Schmucks. Das war bisher bei allen Piercings so. Es kommt einem relativ grob vor, es war wirklich uangenehm. Und dann hatte ich einen Stab im Mund. Der muss am Anfang erstmal relativ groß sein, da die Zuge anschwillt. Die ersten 10 Minuten spürte ich nichts und redete fleißig und begeistert, dann schwoll die Zunge an. Den Einkauf in der Apotheke (Mundspülung und zur Sicherheit mal Ibuprofen) überließ ich dann schon meiner Freundin, die Zunge schwoll an.

Seit dem...

Schmerzen habe ich nicht wirklich. Es ist eher ein Drücken, dass mehr oder weniger unangenehm sein kann. Jeder, der mal eine feste Zahnspange getragen hat, kennt den Schmerz sogar. Es fühlt sich an, wie diese tollen Abdrücke, die eine Zahnspange schonmal hinterlassen kann, wenn die Mundflora nicht so ganz stimmt. Nur, dass man dann die gepeinigten Stellen "anders hinlegen" kann.

Reden geht ohne lispeln, ganz normal, wobei ich übermäßiges Sprechen vermieden habe. Ist auch für meine Umgebung mal eine interessante Abwechslung ;) Es ginge schon, aber reizt das Piercing halt.

Essen...

Jaaa... essen ist eine Sache für sich. Suppe geht richtig gut, Babynahrung soweit es einem schmeckt. Nach einem Gläschen kann einem da schon richtig schlecht werden. Man soll ja auf Milchprodukte (Käse, Joghurt, Schokolade...) verzichten sowie auf scharfes und zu heißes. Ich habe mit, der Warnung vor Obst zum trotz, auch Früchtemus geholt. Apfel- Banane ging ganz gut, aber das super leckere Erdbeere mit Himbeere in Apfel von HIPP konnte ich nicht essen, war zu sauer. Generell ist essen relativ nervig. Es dauert eeeeeeewig, man wird nciht gescheit satt, hat danach noch mehr Hunger als vorher und vor allem richtig Kohldampf auf Dinge, die man nicht essen darf. In der Mensa gab es gestern Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen, das hab ich sogar sehr vorsichtig halb geschafft, aber alles, was gekaut werden muss, regt die Zunge zu Bewegungen an, was nicht unbedingt angenehm ist.

Empfehlen kann ich (Naschkatzen werden sich freuen) Kuchenteig. Milch durch Wasser ersetzen und die Butter durch Margarine (aber keine Halbfett, das schmeckt nicht so dolle) am besten nur eine kleine Menge machen und dann auch das Backpulver weglassen, nur zum naschen. Sehr nährstoffreich, macht satt und liefert ne Menge Energie. Ist allerdings auch verdammt süß...

Rauchen. Auch ein leidiges Thema. Ich hab meinen Über-Konsum von mehr als 20 Stück pro Tag auf ein Minimum reduziert. Wenn mans ich gut ablenkt, dann geht das. Nikotinpflaster waren mir zu teuer. 25 Euro mögen für Leute, die Schachteln kaufen und meinen Bedarf damit decken, ein wirklich gutes Angebot sein, aber ich drehe und komme mit 25 Euro wesentlich wesentlich länger hin als nur 7 Tage. Im Internet ließt man oft von Leuten, die ganz normal weiterrauchten, aber das ist mir doch etwas zu riskant. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich das beim Labret gemacht hab...



Eiswürfel lutsche ich übrigens keine. Das sollte man auch nicht. Weder normale, noch Kamillentee-eiswürfel. Man kann kalte, aber nicht eiskalte Getränke trinken, aber nicht ständig Eis im Mund haben. Falls man einen gescheiten Zahnarzt hat, sollte der das einem auch schonmal erklärt haben, spätestens bei der Weisheitszahnbehandlung. Eis zieht die Blutgefäße zusammen, sind die weg muss der Bereich ja wieder gewärmt werden, was die zusätzlich weitet, dann wieder Eiswürfel, zusammenziehen etc. Das ist ziemlicher Stress für die Zunge, lässt es unter Umständen noch heftiger bluten oder gar erst anfangen und für die Heilung und Schmerzen wirklich nicht hilfreich.



Aber nun mein Fazit:

Meine Laune ist nicht unbedingt gesellschaftsfähig. Zu wenig Nikotin, Hunger ohne Ende und streiten kann ich mich auch nicht. Von dem Drücken auf der Zunge bin ich in erster Linie genervt und mag eigentlich jammern. Von den Ibus brauchte ich noch keine.



Und wer sich wundert: die Sache mit dem rumknutschen und so steht zur Zeit eh nicht zur Debatte, also das ist überhaupt kein großes Ding ;)